Die Herde Hirsche
Samstag, 8. Mai 2010 20:34
Auf einer Waldwiese voll goldgelben Löwenzahns, voll Minze und Kissen tiefblauen Enzians äste der Unbesiegbare, ein mächtiger Hirsch, der stolze Gebieter über eine Herde von fünf sanftmütigen und furchtsamen Hirschkühen, Inmitten der Berge, umgeben von feierlicher Fruchtbarkeit, fürchtete er nicht den heimlichen Nebenbuhler noch das tückische Raub zeug, weder Wolf noch Mensch.
Eine alte Hirschkuh war das Leittier der Herde und wachte Tag und Nacht über sie, Kamen Wölfe, diese grauen Banditen, in die Nähe, gewahrte sie sogleich ihre Anwesenheit, Der leiseste Windhauch warnte sie, indem er ihren Nüstern den scharfen Geruch des lauernden Räubers zu trug, Wenn bei Tagesanbruch der Jäger auf dem Hochstand saß, um seine Kugel auf den röhrenden Bullen anzubringen, oder wenn nur ein Mensch über die Pässe kam, hauchte der Morgenwind der alten Hirschkuh zu: „Sei auf der Hut! Der Feind ist nah!” Das feine Gehör der Hirschkuh belauschte jedes Dickicht, und wenn der Unbesiegbare seinen Liebesruf in die Welt hinein donnerte, vergaß sie nicht einen Augenblick, dass die Sicherheit aller von ihr abhing. Wenn sie einen Laut gab, stürzte sich die Herde im gleichen Augenblick wie eine Steinlawine in das schwarze Dunkel der Tannen, Dann war alles still, Nur das Plätschern und ‚Rauschen des Sturzbachs klang aus der Schlucht herauf, und aus dem steigenden Nebel dröhnte die Liebesklage des Hirsches,
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