Pferdegrab
Montag, 31. Mai 2010 10:31
Sag, ist dort auch ein Pferdegrab?«
Sie deutete auf eine Stelle, aus der Halme in einem Grün, das sich von der Gräser Farbe unterschied, heraussprossen.
Die Doktorin erzählte ihr, daß seit der Zeit des Urgroßvaters die Pferde in freier Wildbahn gehalten und daß alte Pferde, deren Lebenszeit erfüllt war, immer an der Stelle oder nahe ihr bestattet wurden, wo sie gestorben waren. Und stets wurde Hafer auf ihre frischen Gräber gesät. Von den ersten reifen Halmen fielen die Körner aus, keimten und fruchteten wieder, denn die Pferde weideten ihn niemals ab, weil sie unter der Erde eins aus ihrer Herde witterten, das dem Hafer Kraft zum Wachsen gab. »Wir haben viele Stellen auf unseren Weiden, wo Hafer ein Pferdegrab anzeigt.«
»Ein schöner Brauch, der euch selber ehrt«, sagte Verica. Da waren sie schon bei der Herde.
Die Stuten näherten sich den Menschen, von denen ihnen nie Böses widerfahren war, vertraut; auch die kleinen Saugfohlen überwanden ihre Scheu, wurden bald zudringlich und fanden im Beknabbern und Abreißen von Knöpfen ein herrliches Vergnügen.